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Klassisches Abbild oder perspektivische Überzeichnung? Das klassische Abbild und die damit verbundene optische Korrektur stürzender Linien ist die am weitesten verbreitete Darstellungsart in der Architekturfotografie. Sie vermittelt dem Betrachter eine wahrheitsgetreue, perspektivische Wirkung, weil sie der kognitiv, wahrgenommenen Wirklichkeit am nähesten kommt. Doch wie unsere Sinne erlebt werden, gleicht nicht unseren eigentlich wahrgenommenen Sinnen. Deshalb erleben wir ein Haus immer mit gerade Wänden, eine herkömmliche Linse, so auch unser Auge würde Linien aber immer verzerren und Kanten würden in den imaginären Flucht- punkten zusammentreffen.
Den Reiz der optischen Verzerrung in kompositorischem Sinne auch für die Architekturfotografie zu nutzen liegt daher nahe.
Die statischen Großformatkameras ließen diese Arbeitsweise bisher nicht aufkommen. Die digitale Fotografie mit hochauf- lösenden Chips und relativ kleinen, handlichen Kameras verleitet förmlich zum Suchen ungewöhnlicher Perspektiven und zum spontanen Agieren mit dem Aufnahmegerät.
Diese Art zu fotografieren, beeinflußt meine Arbeiten parallel zur klassischen Abbildungsfotografie und inspiriert mich stets von Neuem, wenn es darum geht, das Gewohnte neu zu entdecken und ungewohnte Blickwinkel festzuhalten, die später auch dem Betrachter den Sinn für das Besondere öffnen. © 2008 - Christof Reich
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